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Die Privatinsolvenz: Ablauf, Inhalte und Kosten

Die Privatinsolvenz ist seit 2014 unter dem Begriff Verbraucherinsolvenz neu geregelt. Das Insolvenzverfahren dient zum einen die Befriedigung der Gläubigerforderungen, zum anderen ermöglicht es Privatpersonen die Schuldenfreiheit. Der Privatinsolvenz-Antrag kann auch von ehemaligen Selbstständigen gestellt werden, wenn deren Vermögensverhältnisse überschaubar sind und sie nicht zu viele Gläubiger haben.

Das Verfahren der Privatinsolvenz hat Vor- und Nachteile, über die der Schuldner sich sorgfältig informieren sollte. Hier die Vorteile:

  • Schuldner erhalten eine Chance auf einen Neustart ohne Schulden.
  • Während des Verfahrens gibt es keine Lohnpfändung, auch ein Besuch vom Gerichtsvollzieher ist nicht zu befürchten.
  • Wenn der Schuldner oder die Schuldnerin sich auf die lange Verfahrenszeit einlässt und alle Bedingungen des Gerichts erfüllt, kann er oder sie sicher sein, nach dem Ende des Verfahrens von den Schulden befreit zu sein. Das Existenzminimum ist während dieser Zeit gesichert.
  • Für den seltenen Fall, dass Gläubiger eine außergerichtliche Einigung rundherum ablehnen, ist die Verbraucherinsolvenz sogar der einzige Weg raus aus den Schulden.

Vor der Anmeldung einer Privatinsolvenz sollten Voraussetzungen und Rahmenbedingungen jeweils individuell überprüft werden. Zu den Nachteilen der Privatinsolvenz zählen insbesondere:

  • Der negative Schufa-Eintrag: Während des Verfahrens hat der Schuldner einen negativen Schufa-Eintrag, der einen Wohnungswechsel und den Wechsel von Strom- oder Telefonanbietern schwierig macht.
  • Eine offizielle Privatinsolvenz-Liste gibt es zwar nicht, aber die Verfahren sind öffentlich und werden im Internet bekannt gemacht. Da ein Teil des Gehalts während des Insolvenzverfahrens an den Insolvenzverwalter fließt, erfährt der Arbeitgeber von der Privatinsolvenz.
  • Zu den Kreditrückzahlungen kommen Privatinsolvenz-Kosten für das Gericht und für den Insolvenzverwalter hinzu.
  • Eine Verkürzung der langen Dauer von sechs Jahren auf drei oder fünf Jahre ist mit hohen Hürden versehen, für viele ist dies schlicht unmöglich.
  • Während der Wohlverhaltensphase in der Privatinsolvenz muss der Schuldner seinen Konsum einschränken und sein Konsumverhalten ändern (keine Kreditkarte, keine Ratenkäufe).
  • Im Verfahren legt der Schuldner seine Finanzen und vertrauliche, private Informationen offen.
  • Auch das Verbraucherinsolvenzverfahren setzt den Versuch einer außergerichtlichen Einigung voraus – diese Einigung ist also auf jeden Fall anstrebenswert.

Wie lange dauert eine Privatinsolvenz?

In der Privatinsolvenz ist der Ablauf vorgegeben. Vor dem eigentlichen Insolvenzverfahren sieht der Gesetzgeber ein außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren vor. Falls sich der Schuldner mit den Gläubigern auf einen Schuldenbereinigungsplan einigt, ist dies die beste Lösung: Er oder sie muss nicht Privatinsolvenz anmelden, sondern zahlt anteilig die Schulden gemäß der Vereinbarung zurück.
Falls keine außergerichtliche Einigung möglich ist, wird das Scheitern der Verhandlungen dokumentiert – Rechtsanwältin Rosenberger stellt die entsprechende Bescheinigung aus, sodass der Schuldner die Verbraucherinsolvenz anmelden kann. Das Insolvenzgericht prüft den Antrag. Sofern kein außergerichtlicher Einigungsversuch, der den gesetzlichen Vorgaben entspricht und dem Gläubiger sogenanntes „Rechtliches Gehör“ gibt, unternommen wurde, leitet das zuständige Amtsgericht ein gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren ein.

Privatinsolvenz Ablauf Vorraussetzungen Kosten
Bei den durch Rechtsanwältin Katrin Rosenberger begleiteten Schuldenregulierungen kann das Privatinsolvenz-Verfahren direkt eröffnet werden –
der Schuldner verliert keine Wartezeit. Eine Privatinsolvenz ohne Beratung durch einen spezialisierten Rechtsanwalt ist nicht zu empfehlen.

Die letzte Phase der Privatinsolvenz:  Ablauf der Wohlver­haltensphase

Im Insolvenzverfahren wird nun der Insolvenzverwalter bestellt, der das pfändbare Vermögen verwertet. Die Restschuldbefreiung wird angekündigt, und alles, was über den pfändbaren Teil des Einkommens hinausgeht, wird an den Insolvenzverwalter überwiesen. Die Pfändungsgrenzen können Sie in unserem Onlinerechner ermitteln. Diese Zeit gehört zur sogenannten Wohlverhaltensperiode, die längstens sechs Jahre dauert.
Eine Verkürzung auf drei oder fünf Jahre ist möglich, falls ein bestimmter Teil der Schulden abbezahlt wird. Nach Ablauf der Wohlverhaltensphase fällt das Gericht die Entscheidung über die Restschuldbefreiung – der ehemalige Schuldner ist jetzt schuldenfrei. Aber aufgepasst: Unterhaltsschulden, Steuerschulden und Schulden aus Strafurteilen fallen nicht unter die Restschuldbefreiung!

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