Neue Ziele leben.
Schuldenrisiko Immobilie
Ob der Kauf einer Immobilie eine gute Geldanlage ist - darüber streiten sich die Gelehrten. Sicher ist, dass die Frage nach dem Wohneigentum eine emotionale Seite hat: In wirtschaftlich turbulenten Zeiten geben die eigenen vier Wände Stabilität und Sicherheit. Zum eigenen Haus oder zur eigenen Wohnung kehrt man immer wieder zurück, egal was draußen passiert.
Wo das Herz schlägt, hat die nüchterne Kalkulation allerdings einen schweren Stand. Viele angehende Immobilienbesitzer unterschätzen die Kosten, die auf sie zukommen. Sie nehmen sich viel vor und geraten ins Straucheln, wenn sich ihre Einkommensverhältnisse plötzlich ändern. Aber wie setzen sich die Kosten zusammen? Die wichtigsten haben wir zusammen gestellt:
Maklercourtage, Grunderwerbssteuer, Notar- und Grundbuchkosten
Wer ein Haus verkaufen will, übergibt es gerne einem Makler. Das spart Arbeit. Das Honorar für den Makler muss fast immer der angehende Immobilien-Besitzer zahlen. Die Höhe der Maklergebühr fällt unterschiedlich aus. Meist liegt sie zwischen drei und sieben Prozent. Eigentümer einer Immobilie ist, wer als solcher im Grundbuch eingetragen ist. Der Eintrag wird von einem Notar veranlasst. Sowohl Notar als auch Grundbuchamt lassen sich den Vorgang vergüten. Ist der Kauf an sich abgeschlossen, meldet sich das Finanzamt: Die Grunderwerbssteuer wird fällig. Grundsätzlich beträgt sie 3,5 Prozent. In naher Zukunft soll sie in einigen Bundesländern auf 5 Prozent steigen (Quelle Wikipedia).
Allein der Kostenblock aus Maklercourtage, Notar- und Grundbuchkosten sowie Grunderwerbssteuer kann die Kaufsumme um 10 Prozent erhöhen, wie das folgende Beispiel zeigt: Der Kaufpreis einer Immobilie beträgt 200.000 Euro. Dann belaufen sich die Nebenkosten des Kaufs auf
- Kosten für den Makler (hier 5 Prozent) 10.000 Euro
- Notar- und Grundbuchkosten (hier 1,5 Prozent) 3.000 Euro
- Grunderwerbssteuer (hier 3,5 Prozent) 7.000 Euro
- Die Nebenkosten des Kaufs addieren sich im Beispiel auf 20.000 Euro.
Finanzierung, Umbau, Versicherungen
Die Kosten der Finanzierung setzen sich aus Beratungskosten und Zinszahlung zusammen. Der genaue Umfang hängt von vielen Faktoren ab, darunter die Einkommenssituation, Eigenkapitalquote, das aktuelle Zinsniveau und die Laufzeit des Kredits. Natürlich muss die geliehene Kreditsumme ebenfalls abgetragen werden.
Der Kauf einer Immobilien wird meist zum Anlass genommen, Umbauten und notwendige Renovierungen vorzunehmen. Soll es eine neue Küche sein? Braucht das Dach eine moderne Isolierung? Die Kosten für Umbau und Modernisierung können das Budget weiter erheblich strapazieren.
Bleiben die Versicherungen: Elementarschäden wie Blitzschlag, Hagel, Hochwasser, Schnee oder Lawinen und Sturm, Schäden an der Heizungsanlage oder den Rohrleitungen, Diebstahl oder Vandalismus - all das lässt sich versichern. Aus Wohngebäudeversicherung, Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung, der Gewässerschadenhaftpflichtversicherung, der privaten Haftpflichtversicherung, der Hausratversicherung und der Restschuldversicherung ergibt sich ebenfalls eine stattliche Summe.
Betriebskosten
Ist die Immobilie erst einmal bezogen, fallen Betriebskosten an darunter Abwasser- und Müllgebühren, Grundsteuer, Wassergebühren, Stromkosten, Heizungskosten je nach Art und Verbrauch sowie Wartungskosten, Reparaturen und Instandhaltung, eventuell Straßenreinigung und Erschließungskosten.
Als Faustregel empfehlen Fachleute, nicht mehr als 30 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens für die Immobilie einzuplanen. Eine Checkliste bietet der Verband Privater Bauherren an.
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